Ja, eine Rassekatze ist teuer.


Wenn man sich für eine Katze entscheidet, oder überhaupt für ein Haustier, übernimmt man Verantwortung. Das Tier ist auf einen angewiesen, ist abhängig. Das sollte man immer an erste Stelle setzen. Nicht das das Kätzchen so süß ist, dass sind sie alle, unabhängig davon, ob Rasse, oder wilde Kreuzung.

Was macht eine Rassekatze also so verdammt teuer?

Ich kann nicht für andere Züchter sprechen, sondern nur von meiner Cattery.

Als erstes ist die Zucht ein Hobby, ein aufwendiges und teures, aber auch das Schönste (für mich).

Wie beginnt dieses Hobby, man braucht erst einmal die Voraussetzungen. Also fängt man an sich mit anderen Züchtern zu besprechen, sucht einen Verein, der die eigenen Interessen und die des Tierschutzes vertritt. All das ist schon sehr Zeitaufwendig und mit Kosten verbunden. Man beantragt und registriert einen Namen, unter dem die Zucht läuft.

Dann belegt man Kurse über Katzenzucht, Ernährung, Krankheit, Vererbung und alles was damit zusammenhängt. Da müssen Hausaufgaben gemacht, Prüfungen abgelegt werden.

Als nächstes kommt dann das Zuchtpaar. Für die Nevas gibt es in Deutschland nicht so viele Züchter, im Verhältnis zu Beispielsweise Maine Coon, oder den Briten. Um den Inzuchtindex also gering zu halten, schaut man sich im Ausland um. Zum Zuchtpreis kommen hier dann noch die Kosten für den gesicherten Transport.

Nun hat die Cattery also sein Zuchtpaar. Aber beginnen kann man mit dem züchten noch nicht. Die Katzen die man für die Zucht kauft, sind in der Regel schon älter als 12 Wochen, in denen ein Liebhabertier abgegeben wird. Denn sie müssen dem Rassenstandard so nah wie möglich kommen. Das sieht man aber erst, wenn der Zahn- und Fellwechsel vollzogen wurde. Also ist auch der Preis für ein Zuchttier höher, als für ein Liebhabertier.

Der eigene Tierarzt des Vertrauens hat die Katze angesehen, Impfungen und Entwurmung überprüft und wir gehen mal davon aus, alles ist richtig. Dann wäre der nächste Schritt eine Ausstellung zu suchen. Hier werden die zukünftigen Zuchtkatzen von geschulten Richtern begutachtet. Nur eine Katze die bei der Ausstellung mindestens ein vorzüglich erhält, wird zur Zucht herangezogen. Katzen die dies nicht erhalten, entsprechen nicht genau dem Rassestandard. Sie sind trotzdem reinrassige Nevas, auch wunderschön, aber eben nicht für die Zucht geeignet. 

Es ist übrigens nicht nur das Aussehen, welches einen Zuchtausschluss hervorrufen kann. Wenn die Katze sehr ängstlich, nervös, oder aggressiv auftritt, wäre das auch ein Grund.

Hat man bisher alle Hürden genommen, die Katzen sollten bei der für die Zuchttauglichkeit stattfindenden Ausstellung mind. 10 Monate alt sein, geht es weiter.

Der Termin zum PKD und HCM Schall wird festgelegt und durchgeführt. Das geht nur bei einem zertifizierten Tierarzt und wird an die PawPeds Datenbank übermittelt.

Jetzt kann die Zucht beginnen, bei uns müssen die Katzen mindestens 1 Jahr alt sein.

Bis hier hat man als Züchter enorme Kosten, Zeit und Mühe investiert. Warum? Weil man gesunde, charakterfeste Familienmitglieder züchten möchte. Freunde fürs Leben für Menschen, die diese Rasse genauso lieben und diese Mühe auch anerkennen.


Ich werde oft gefragt, füttert ihr Gold, oder warum sind die Katzen so teuer? 

Nein, wir füttern kein Gold, wäre schwer verdaulich. Aber wir achten auf die Ernährung und jawohl, auch das hat seinen Preis. Das ist wie beim Menschen auch. Mann kann sich mit Fastfood vollstopfen, oder gesund und ausgewogen ernähren. Bei Katzen heißt das, getreidefrei, mit hohem Muskelfleischanteil, Innereien und Frischfleisch. Es sind Raubtiere, wenn auch ein bisschen gezähmt.

Der Preis einer Neva Masquarade mit Papieren als Liebhabertier liegt übrigens bei fast jedem Züchter in Deutschland gleich, wir sind da noch recht "günstig", denn im benachbarten Ausland zahlt man das doppelte.

Weil oft die Frage kommt, ob der Preis an dem Stammbaum liegt. Nein, der Stammbaum bestätigt "nur" die Reinrassigkeit. Der Preis setzt sich aus Arbeit, Mühe, Zeit, Sorgfalt, Artzkosten und manchmal auch Angst zusammen. Denn auch bei Geburten kann etwas schief gehen und man verliert Mutter und Welpen. 

Wenn man dann die Aufzucht der Kitten berücksichtigt, denn sie werden nicht stubenrein geboren und wissen nicht, dass Tapete und Sofa nicht der Kratzbaum sind, kann man sich ausrechnen, das ein Züchter nicht reich wird.

Natürlich kann man hier keine Aufrechnung betreiben, das möchte ich auch gar nicht. Aber jeder Züchter möchte für seine Mühe und Sorgfalt Anerkennung erhalten. Diese wird durch das Vertrauen, dass Sie als Käufer in uns setzten, erbracht.  

Ich möchte Ihnen noch einen Rat mit auf den Weg geben. Auch bei Vereinszüchtern gibt es schwarze Schafe. Der Preis allein sagt nichts über die Qualität der Zucht aus. Wenn Sie auf Verkaufsportalen ein Kätzchen finden, dass Ihnen gefällt, dann setzten Sie sich mit dem Verkäufer in Verbindung. Ein Züchter der nichts zu verbergen hat, ist transparent, alle relevanten Untersuchungen der Eltern sollten einsehbar sein. 


Warum stehen dann auf einigen Verkaufsplattformen Kitten, welche erheblich weniger kosten. Erst einmal handelt es sich dabei meist nicht um einen Züchter. Denn es wird keine Zuchttauglichkeit der Eltertiere geben, keinen Rassenachweis (somit ist es sogar Betrug, diese Kitten als reinrassig zu verkaufen) und am wichtigsten, es gibt keine Untersuchungen auf genetische, oder gängige Erkrankungen. Meist hat es noch nicht einmal einen Tierarztbesuch gegeben und wenn man Glück hat, vielleicht eine Impfung ( müssen mind.2 sein)

Deshalb können in Züchterkreisen so genannte Vermehrer, ihre Kitten günstiger abgeben und damit sogar Profit machen. Denn es gibt keinen Verein, der darauf achtet, das die Eltern nicht nur zur Kittenproduktion dienen. Im Verein darf eine Katze 3-4 Würfe in 2 Jahren bekommen, auch das Alter ist begrenzt. Eine Katze kann aber bereits wieder rollig werden, während der aktuelle Wurf noch gesäugt wird.

Im Prinzip bezahlen sie hier also für ein Überaschungspaket, manchmal geht es gut, oft sind die Kitten aber krank. Durch ihren Kauf haben sie dies unterstützt und werden auch rechtlich nicht viel Spielraum haben. Gekauft wie gesehen, meist keinen Vertrag.

Dann wird es schnell teuer und die günstige Anschaffung wird zum Albtraum. 

Natürlich können auch Katzen von einem Züchter krank werden, da es Lebewesen sind, gibt es keine 100%ige Garantie. 

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